Die Natur wütet auf diesem Cover: Ein Tornado-Trichter bohrt sich aus dunklen Wolken in die amerikanische Landschaft, der Titel dazu lautet "From This Place". Eine grimmige Postkarte aus einem Katastrophen-Gebiet, ein Verweis auf die Folgen der Erderwärmung? Wer weiß.

Man sollte aber auch nicht zu viel hineinlesen in ein Album von Pat Metheny. Der 65-Jährige aus Missouri ist ein Vollblutmusiker und bisher nicht als Klima-Aktivist aufgefallen. Die neue Instrumentalmusik des Jazz-Gitarristen scheint auch weniger das Gewicht der Welt schultern zu wollen, als den eigenen ästhetischen Weg fortzusetzen. Wie auf "Kin" (2014) dominieren weitläufige Stücke: Auskomponierte Teilstrecken wechseln mit Solo-Passagen, treibende Grooves mit Symphonischem. Abermals behindern die wuchtigen, wuchernden Orchester-Beigaben nicht das ziselierte Zusammenspiel der Band (mit Pianist Gwilym Simcock und Schlagzeuger Antonio Sanchez). Dabei gelingen großräumige Crescendo-Stücke wie "You Are", das eine kleinlaute Akkordfolge zu fulminanter Wucht steigert. Mag Metheny auch hier und da in Kitsch schwelgen: Das gehört ebenso zum Portfolio dieses Stilisten wie seine Neigung, die Schmusigkeit fallweise mit einer komplexen Passage zu durchbrechen.