Angeblich hat Zuwachs in der Familie des Sängers, Gitarristen und Texters den Zugang des britischen Trios Clock Opera zum Musikmachen wesentlich verändert: Die großen Fragen, lässt Guy Connelly verlauten, seien es gewesen, die ihn während der Arbeit beschäftigten und wohl auch zum Titel der neuen LP inspirierten: Wie geht man mit der neuen Rolle als Elternteil um? Den Veränderungen, die einem abverlangt werden?

Glücklicherweise ist die Platte nicht annähernd so schwülstig wie dieser angebliche theoretische Überbau. Im Gegenteil, mit den Zeilen "I’ve seen the future / and it looks just like today" beginnt sie inhaltlich eigentlich recht beiläufig. Wie ein Leuchtturm strahlt Connellys beseelter, falsettlastiger Gesang durch die Musik, die sich auf einem breiten Bereich von Electronica, White Soul mit Anklängen an die Wild Beasts, Synthie-Pop, Indus-trial und Stadionrock bewegt. Etwas mehr Konzentration hätte dem Album stellenweise bestimmt nicht schlecht getan, auf der anderen Seite ist seine furchtlose stilistische Diversität und Vielschichtigkeit vorbehaltlos zu loben.