"Mystic Familiar" meint das Gefühl, einen inneren Begleiter und Doppelgänger zu haben. Doch anders als das sokratische Daimonion hat dieser Gefährte bei Dan Deacon nicht die Funktion eines moralischen Kompasses. Stattdessen geht es um ein Einswerden mit Geist und Natur. Von dem sympathischen Mann aus Baltimore darf man nun keine philosophischen Höhenflüge erwarten. In etwas naiver Weise wird der Hörer aufgefordert, die Augen zu schließen und sich treiben zu lassen.

Wem Texte indes nicht ganz so wichtig sind, der wird von Deacon mit Songs belohnt, die sicher zu den besten seines Schaffens zählen. Im Zentrum des Albums steht die Suite "Arp", die spielerisch zwischen 80er-Jahre-Futuresounds und Jazzanklängen pendelt. Deacon gelingt das Kunststück, so licht zu klingen, als würde er sich gleich in eine Transzendenz verflüchtigen, wenn er sich selbst nicht immer wieder durch elektronische Spielereien erden würde.