Es beginnt bei "Watercurls" mit tribalistischem Trommelgepolter, wie man es aus Winnetou-Filmen von Szenen her kennt, die einen Marterpfahl inkludieren. Dazu wird als einziges Textelement der Songtitel vorgetragen, um eine Arbeitseinstellung abzustecken, die auf Minimalismus, Repetition und klaren Strukturen beruht - auch wenn der Ruf nach "No structure!" im Folgestück Sängerin Rosalie Eberle diesbezüglich bald Lügen straft. Passenderweise hat die aus München stammende Band River übrigens einen Galeerentrommler an Bord, der sie sicher durch diverse Fahrwasser steuert. Alles fließt.

Auf ihrem selbst betitelten Debütalbum regiert mit ruhig treibenden Stücken wie "Flossfahrt" aber nicht nur das Element Wasser. Im glühenden Selbstermächtigungssound mit Schlagzeug, Gitarren und Bass geht es über die Kraft der Hypnose und nicht zuletzt mit Songs wie "Huna Huna" auch in Richtung Schamanismus. "Die Essenz" erklärt am Ende, wie die Alten sungen: in fremden Zungen. Über Nackttänze am Lagerfeuer und den Medizinmann unseres Vertrauens dann ein andermal mehr.