Das Schlechteste an dieser Platte ist schnell benannt: Mit 26 Minuten Spielzeit ist sie unverschämt kurz. So nicht, Mr. Aaron Maine! Ansonsten gibt es an "Ricky Music" so gut wie nichts auszusetzen. Maine, der Mann hinter Porches, durchlebte während der Entstehungszeit der Songs (Dezember 2017 bis Frühjahr 2019) eine Krise und hört sich bisweilen so jämmerlich an wie Dave Longstreth auf dem großartigen unbetitelten Dirty-Projectors-Album von 2017.

Ein wenig lachen über sich selbst kann er in aller Erbärmlichkeit aber schon auch noch. Solche Sinnesverwirrung kann der auf den letzten Porches-Alben erfolgreich etablierte Synthie-Pop-Sound jedoch nicht mehr fassen. Und so fährt Maine, unterstützt von u.a. Dev Hynes (Blood Orange), hier mit offeneren, bisweilen auch gebrochenen Songstrukturen auf. Besonders eindrücklich ist "Fuck_3" mit aberwitzig asynchronen Drums, jazzigem Piano, feierlichem Gebläse - und einem Text, den wir hier besser nicht zitieren.