Ellis Marsalis ist im 86. Lebensjahr in New Orleans verstorben. Der Jazzmusiker erlag den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19, berichtet die "New York Times".

Im Laufe seines Künstlerlebens mangelte es Marsalis nicht an prominenten Partnern: In den 50er und 60er Jahren stand er mit Cannonball Adderley und dessen Bruder Nat auf der Bühne, nahm Platten mit Charakterköpfen wie Eddie Harris auf. In die Jazz-Annalen ging der Pianist aber eher als Pädagoge ein. Als Lehrkraft an der Universität von New Orleans bereitete er Jungtalenten wie dem Trompeter Terence Blanchard und dem Sänger Harry Connick jr den Weg. Seine bedeutendsten Eleven waren allerdings die eigenen Söhne, nämlich Wynton und Branford Marsalis. Ersterer zählt seit den 90er Jahren zur Phalanx der weltbesten Trompeter, gilt als Galionsfigur eines puristischen Jazzbegriffs und leitet die prestigeträchtige Jazz-Abteilung des Lincoln Center in New York. Branford wiederum avancierte zu einem umtriebigen Saxofon-Virtuosen, der weder Crossover-Experimenten noch Ausflügen in die sogenannte Erste Musik abhold ist. Daneben sind auch zwei weitere Söhne von Ellis Marsalis, nämlich Delfeayo und Jason, Jazzmusiker geworden. Den Großteil seines Lebens hat der Familienvater in New Orleans zugebracht; überregional bekannt wurde er erst mit dem Aufstieg seiner Söhne zu Weltruhm. Die Bürgermeisterin der geschichtsträchtigen Stadt, LaToya Cantrell, würdigte den Verstorbenen mit den Worten: "Ellis Marsalis war eine Legende. Er war der Prototyp dessen, was wir meinen, wenn wir von Jazz aus New Orleans sprechen."