Mit Liedern wie "Ain´t No Sunshine", "Lovely Day" oder "Lean on Me", ging der wohl einflussreichste US-amerikanische Soulsänger Bill Withers in die Popgeschichte ein. Nun ist er im Alter von 81 Jahren an einem Herzversagen verstorben, zitiert die Nachrichtenagentur AP am Freitag die Familie.

Als William Harrison Withers jr. wurde der Künstler 1938 in Slabfork, West Virginia, geboren. Seine Kindheit war nicht die einfachste. Seine Eltern ließen sich früh scheiden, sein Vater starb als er 13 Jahre alt war. Als Jugendlicher diente der der US-Armee - neun Jahre lang im Nahen Osten. In dieser Zeit hatte er begonnen, Songs zu schreiben. Im Jahr 1967 zog es ihn nach Los Angeles. Eines seiner Demotapes führte zu einem Vertrag mit dem Plattenlabel Sussex Records. Mit seiner ersten Single platzierte er sich auf dem dritten Rang der Billboard Hot 100, schon im Jahr darauf erhielt er den ersten von insgesamt drei Grammys.

Die 1970er Jahre zählten zu Withers erfolgreichster Zeit. Sein selbstproduziertes zweites Album "Still Bill" (1972) landete mit Hits wie "Lean on Me" oder "Use Me" auf Platz 1 in den USA. In diesem Jahr nahm er ein Livealbum in der Carnegie Hall auf und tourte und produzierte weiter.


Hits wie am Fließband

Withers lebte nach rund 20 Jahren mit Hits wie am Fließband seit 1985 privat und zurückgezogen in den Bergen von Los Angeles. Nur 2015 trat er ausnahmsweise noch einmal kurz auf, bei seiner Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame. "Ich kann nicht Gitarre oder Klavier spielen, aber ich habe eine Karriere daraus gemacht, Songs auf Gitarre und Klavier zu schreiben. Ich habe Musik nie gelernt, sondern einfach gemacht. Ich habe mich einfach dazu entschieden", schilderte der Musiker einmal.

Stars wie Lionel Hampton, Barbra Streisand, Etta James, Will Smith, Michael Jackson, Tom Jones, Liza Minelli, Diana Ross und Mick Jagger coverten Songs von Withers, und dutzende weitere lassen sich bis heute von seiner Musik beeinflussen. "Er ist der letzte afroamerikanische Jedermann", sagte Rapper Questlove einmal. "Bill Withers ist für Schwarze das, was Bruce Springsteen am nächsten kommt."

Der eigenwillige Withers ließ sich nie zu einem Comeback überreden. "Dieses Business kam in meinen 30ern zu mir. Davor war ich ein ganz normaler Typ. Ich habe mich nie gefühlt, als ob ich das Business besessen habe - oder das Business mich." (apa/gral)