Der US-amerikanische Jazzsaxofonist Lee Konitz ist im Alter von 92 Jahren in einem New Yorker Krankenhaus an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das meldet die britische Zeitung "The Guardian".

Lee Konitz wurde am 13. Oktober 1927 in Chicago geboren. In der Metropole am Lake Michigan war der spätere Jazzmusiker tief verwurzelt. Sein erstes Instrument war eine Klarinette, bevor er zum Saxofon wechselte. Bereits Mitte der 1940er trat er mit Jerry Wald auf, später schloss er sich Claude Thornhills Orchester an. Miles Davis schätzte an Konitz, dass er die harmonischen Ideen von Charlie Parker aufgriff, diese aber ruhiger, gleichmäßiger und mit mehr Längen spielte.

Eigener Stil

Doch Konitz scheute sich auch nicht, beim Bebop Anleihen zu nehmen, und sich immer wieder neu zu erfinden. Er entwickelte seinen Stil unentwegt weiter, ohne mit seiner Innovationslust die Qualität aufs Spiel zu setzen. Seine Musik war überaus persönlich, voller Enthusiasmus und Energie. Konitz spielte eine wichtige Rolle bei den legendären Jazzsessions "Birth Of The Cool" (1948 bis 1950) unter Davis und Gil Evans.

Zur selben Zeit begann er, mit Lennie Tristano und dem Tenorsaxofonisten Warne Marsh zu experimentieren. Nach seiner ersten Europatournee 1951 folgten unter anderem Auftritte mit Gerry Mulligan. Weitere Stationen in den 1960ern waren New Yorks berühmte Carnegie Hall sowie Jazzfestivals in Paris und Lugano. Zu seinen unzähligen musikalischen Partnern zählten u.a. Charles Mingus, Ornette Coleman, Elvin Jones und Dizzy Gillespie. (apa)