Sein Markenzeichen war ein fast schwereloses und drängendes Schlagzeugspiel, mit dem er den von ihm miterfundenen Musikstil Afrobeat antrieb. Demnächst wollten Fans den 80. Geburtstag der Ikone Tony Allen feiern, doch dazu kommt es nicht mehr. Der Drummer starb überraschend nach kurzem Unwohlsein im Spital.

Schlagzeugspielen hatte sich der 1940 in Lagos Geborene selbst beigebracht - begeistert von Jazz-Helden wie Max Roach und der afrikanischen Musik. Allen war in den 60er und 70er Jahren Schlagzeuger und musikalischer Direktor seines Landsmannes Fela Kuti, mit dem er den populären Afrobeat entwickelte. Dieser verbindet Genres wie Jazz, Funk und nigerianische Trommelrhythmen. Auf rund 40 Alben von Kutis Band Africa 70 wirkte der Schlagzeuger mit.

Als die beiden Musiker 1979 ihre Zusammenarbeit beendeten, soll Kuti der Legende nach vier Drummer angeheuert haben, um Allen zu ersetzen - so allumfassend und vielseitig war dessen Kunst an Becken und Fellen.

"No Discrimination" hieß dann das politisch-sozialkritische Album, mit dem Allen 1980 als Drummer und Gelegenheitssänger in eine Solokarriere startete. Er wanderte 1984 nach London aus und zog schließlich in seine Wahlheimat Paris um. Dort arbeitete er mit Stars der World Music und des Afro-Jazz zusammen, wie etwa mit King Sunny Adé oder mit dem kürzlich verstorbenen Manu Dibango. In den Nullerjahren adelte Allen noch Damon Albarns Projekt The Good, The Bad & The Queen mit seiner Teilnahme. Der große Popmusiker und Produzent Brian Eno hat den Nigerianer als "vielleicht größten Schlagzeuger, der je gelebt hat", gewürdigt.