Der Tourneeplan ist Schall und Rauch, aber die Platte auf dem Markt: Purple Is The Color, ein junges Jazzquartett rund um den Linzer Pianisten Simon Raab, hat sein zweites Album vorgelegt, und es besticht im besten Sinn durch Konsenstauglichkeit. Die Scheibe ist für gespitzte Ohren geeignet, aber auch als hippe Hintergrund-Beschallung. Bassgrooves und trockenes Schlagzeug fahren einem in die Beine und kokettieren hier und da mit dem Tonfall von elektronischer Club-Musik, darüber schichtet sich ein intellektueller Überbau: Die Arrangements erkunden die Farbenvielfalt von Saxofon, Klavier, Bass und Schlagzeug kammermusikalisch und öffnen Freiräume für subtile Soli. Vertrackte Rhythmen (etwa im "Klamauk") besitzen Witz und Pfiff, bisweilen gesellen sich üppige Akkordfolgen dazu ("Techno Epic").

Mitunter gibt sich dieser Jazz aber auch schlicht und charmant - wie im Fall von "London", einem gewinnenden Ohrwurm aus dem Saxofon mit federnder Schlagzeug-Grundierung.