Hätte die Sphinx keine Rätselfragen gestellt, sondern Jazz gespielt, es hätte sich vielleicht so angehört. Die Mitglieder des Quartetts rund um den deutschen Pianisten und Komponisten Julius Windisch sind keine 30 Jahre alt und haben bereits ein schwindelerregendes Komplexitätsniveau erreicht.

Die Grooves sind - wo beginnt ein Takt, wo endet er? - meist völlig undurchschaubar, die Harmonien verhangen, und die Melodien kräuseln sich kleinteilig im Klangraum - unmöglich nachzusingen, schon wegen der haarfeinen Synkopen. Kurz: Dieser Labyrinth-Jazz für Altsaxofon, Klavier, Schlagzeug und Bass, vermeintlich diffus und doch dicht strukturiert, ist nichts für die Cocktail-Bar.

Windisch Quartett: Chaos.
Windisch Quartett: Chaos.

Er hat aber nicht nur für Analytiker Reiz. Windischs Meta-Musik, da und dort noch durch einen elektronischen Filter gejagt, entwickelt aus ihrer Vagheit Poesie. Zudem überwältigen einen hier und da wuchtige, pulsierende Harmoniebögen und Klangräume von irisierender Schönheit, wie in den beiden Glanzstücken "Zulassen" und "Easter".