Die aus Brooklyn stammende US-Band Woods, bestehend aus Jeremy Earl (Gesang und Gitarre), Aaron Neveu (Schlagzeug) und dem Multiinstrumentalisten Jarvis Taveniere, veröffentlich seit 2005 ein grandioses Album nach dem anderen, ohne je die Aufmerksamkeit erhalten zu haben, die ihre betörenden, unfassbar schönen Folkrock-Schätze mit Psychedelic-Touch eigentlich verdient hätten.

Bekannt ist die Band den meisten vor allem deshalb, weil Kevin Morby dort bis 2013 als Bassgitarrist tätig war. Das New Yorker Trio blieb dem klassischen Folk im Kern immer treu, führte ihn mit stimmig eingesetzten Ausflügen in Indierock- und Westcoast-Gefilde aber in harmonisch verwegene und rhythmisch avancierte Gebiete. Die Musik von Woods überzeugte stets mit betörenden Melodiebögen und ganz fein gesetzten musikalischen Pinselstrichen und blieb Album für Album ein nie versiegender und mit sanftem Nachdruck tönender Quell feierlicher Melancholie und wohlklingender Empfindsamkeit.

Ein zeitloser Charme prägt die Songs, die trotz allen Wohlklangs nie in Gefahr geraten, in reiner Schönheit zu erstarren. Immer wieder gelingt es der Band, unterschiedlichste Stimmungen in ein genuines Soundgewand zu kleiden und auf traumwandlerische, nachgerade symbiotische Weise introspektive Gedanken in glaubwürdige und berührende Alltagspoesie zu transformieren. "I’m standing on a beach next to you and the sea", singt Jeremy Earl auf "Strange To Explain" und gibt damit die inhaltliche Richtung vor.

Das mittlerweile elfte Album der Band ist so etwas wie ihr Sommeralbum geworden - ein warm und zuversichtlich tönender, nach Natur, Strand, Meer, Träumerei und Sommerliebe klingender Soundtrack des bedingungslosen Wohlbefindens. Die stärker ins Klangbild gerückten Klänge der Westküste der USA verleihen dem bekannten Woods-Sound eine leichtfüßig-lebensbejahende Note und lockern die inhärente Feierlichkeit ihrer Musik auf stimmige Weise auf. "Strange To Explain" überzeugt mit elf ans Herz gehenden Songs, die ätherische Schönheit mit sanfter Dringlichkeit verknüpfen. Eine Produktion ohne Fehl und Tadel, aus der Songs wie etwa "Where Do You Go When You Dream?" oder "Can’t Get Out" noch einmal herausragen.