Irgendwie könnte der 30-jährige Douglas Dare in seinem Hang zu Abgründen und aufwendigen Inszenierungen seiner (Künstler-)Persona ein britischer Verwandter des US-Melodramatikers Perfume Genius sein. Musikalisch streift er bisweilen an die souligeren Momente seines Landmanns James Blake an - besonders im Song "I Am Free", in dem ein insistenter Klavier-Loop Dares klagende Stimme begleitet. Der latent schwermütigenden Anmutung seines Gesangs zum Trotz ist Dares drittes Album aber die Geschichte einer Befreiung, die auch die musikalische Ebene erfasst.

In einem instrumentalen Rahmen, der sich auf Klavier, Gitarre, Autoharp, vereinzelte Bläser und Harmoniestimmen beschränkt und nur selten durch Beats verstärkt wird, schließt Dare Frieden mit seiner Kindheit und Außenseiter-Existenz auf einem Bauernhof. Da Erinnerungsarbeit auch Trauerarbeit sein kann, ist ein gänsehauterregender Gruß des Protagonisten an seine früh verstorbene Schwester Sarah einer der großen Momente dieser großen Vergangenheitsbewältigung.