Sollte es einen Preis für stilistische Vielfalt geben, hätte ihn Florian Klinger so gut wie in der Tasche: Der österreichische Vibraphonist Jahrgang 1991 schmückt sein Debütalbum "One" mit schillernden Scharaden: Da setzt es nicht nur knackigen Groove-Jazz, sondern auch ein wenig Frank-Zappa-Exzentrik, Film-noir-Swing, eine Gesangsballade nach Billie-Holiday-Manier, Arienhaftes ohne Worte und Hip-Hop (!). Manch ein Stilwechsel überrascht zwar mehr, als er überzeugt. Nichtsdestoweniger: Treibende Ohrwürmer wie "Bardo", die gehaltvolle Funkyness von "Tahini" und der choralartige "Chopin" weisen Klinger auf diesem vorzüglich eingespielten Sextett-Album als pfiffigen Schreiber aus.