Das US-Trio rund um Son-Lux-Mastermind Ryan Lott gehört zum Avanciertesten, was zeitgenössischer Pop zu bieten hat. Die Präzision und Präsenz, die Lott (voices, sounds), Ian Chang (dr) und Rafiq Bhatia (guit) vor allem live zu entfesseln vermögen (und sei es gemeinsam mit einem Kärntner Chor, wie etwa vor zwei Jahren im Wiener Radiokulturhaus), suchen ihresgleichen.

Auf Alben gelingt das mitunter nicht ganz in dieser faszinierenden Dichte (außer auf dem großen Wurf "Brighter Wounds", 2018). Nunmehr haben sie Teil 1 des als Trilogie geplanten buchstäblichen Longplayers "Tomorrows" vorgelegt - vorerst nur digital; im Sommer 2021 materialisiert sich das Gesamtprojekt dann auch auf CD. Unüberhörbar auf Flüchtiges wie Ungleichgewicht, Unterbrechung und Kollision thematisch angelegt, regieren auf "Tomorrows I" disruptive Elemente: fraktale Klänge, Collagen, Experimente, die sich nur vorübergehend zu Harmonischem fügen (z.B. "Undertow"). Lohnt sich trotzdem.