Im Titelsong des neuen Albums des oberösterreichischen Singer/Songwriters Ernst Tiefenthaler, "Luna Park", gibt es eine Stelle, genauer zwei Zeilen - "Da Luna Park vibriert / Mir taugt’s wei i bin do mit dir" -, bei deren Intonation man kurz an Wolfgang Ambros denkt. Es ist wie ein kurzer flash, ein vokaler Farbtupfer im musikalischen Lunapark des in Wien lebenden Sängers und Gitarristen, der - nach und neben seinem Projekt Ernesty International - nun wieder unter eigenem Namen auf Deutsch, genauer im Dialekt singt. Kaum jemand bringt so viele Zeilen und Geschichten in seinen Liedern unter wie der umtriebige Musiker, der es diesmal rockiger & deftiger angeht.

Beim "Oaschloch Blues" taucht wiederum Ambros als Assoziation auf, diesmal allerdings nur inhaltlich, denn stimmlich ist Tiefenthaler da längst in seiner angestammt hohen, leicht gepressten Tonlage angekommen. Sieben am Klavier geklimperte "Autodromsonaten" schieben sich zwischen den eingängig dahinmäandernden Liederzyklus, der mit "Mei Sommer mit dir" einem späten Höhepunkt zusteuert. Ohne Autodrom.