Mark Oliver Everett gelingt mit den Eels auf ihrem mittlerweile dreizehnten Album, "Earth To Dora", etwas ganz Außergewöhnliches: Schönheit und Schrecken, Angst und Zuversicht, Verzweiflung und Hoffnung auf eine Weise zu vertonen, die zugleich bewegt, berührt und beglückt.

Everett hat mit Ausnahme von "Are We Alright Again" alle Songs vor Ausbruch der Corona-Krise geschrieben, doch bereits in Vor-Pandemie-Zeiten hatte der melancholische Singer-Songwriter genug Schicksalsschläge zu verarbeiten, vom Selbstmord seiner Schwester bis zur Krebserkrankung seiner Mutter. Schmerz, Leid und diverse Ängste waren Everett nie fremd - davon kündet auch sein Buch "Glückstage in der Hölle" -, und doch gelingen ihm immer wieder bewegende Songs und fragile Balladen von berückender Schönheit und sanfter Lieblichkeit. Die meisten Songs der Eels sind subtile musikalische Befunde, wie eng Hoffnungslosigkeit und Hoffnung beieinanderliegen (können).

Mark Oliver Everett versteht es wie kaum ein Zweiter, auch dem misslungensten Tag noch etwas Positives abzugewinnen und Musik als Medium des Trostes und der Aufmunterung in schwierigen und dunklen Zeiten einzusetzen. Er weiß aber auch, dass seine Musik dann am besten wirkt, wenn er sie mit schwarzem Humor, diversen Verrücktheiten und kindlicher Naivität würzt. Mögen noch so viele Katastrophen über ihn hereinbrechen, der mittlerweile 57-jährige US-Amerikaner hat längst gelernt, mit seelischen Verletzungen und menschlichen Enttäuschungen umzugehen.

"Magic happens everywhere you go", singt er mit seiner typisch heiseren Stimme und liefert auf "Earth To Dora" einmal mehr eine Handvoll Songs voll Wärme und bittersüßer Zuversicht. Songs, die nach dem Hören noch sehr, sehr lange nachhallen und ihre lindernde Wirkung entfalten. Die anmutig-verspielten Arrangements und Everetts Vorliebe für schöne Melodien und wohlklingende Harmonien tun ein Übriges: "Earth To Dora" ist beglückende Musik aus dem Indiepop-Feinkostladen.