Das Bett ist und bleibt der zentrale Ort im musikalisch-atmosphärischen Kosmos des Salzburger Geschwisterpaars Mario und Giovanna Fartacek, die unter dem Bandnamen Mynth firmieren. Damit aber erst gar keine falschen erotischen Assoziationen und Fantasien aufkommen, sei hinzugefügt, dass es sich hierbei zuvorderst um einen kuscheligen Platz für allerlei Träumereien handelt.

"I’ll catch you while you sleep", heißt es in "Ivy, Meet Me In Your Dreams", einem der zentralen Songs des neuen, dritten Mynth-Albums, "Shades I Mynth". Und genau darum geht es den Zwillingen Fartacek prinzipiell: Einen als Hörer in diesem körperlos schwebenden, somnambulen Zustand zu erwischen, was ihrem elegisch-elektronischen Dreampop hinterlistig famos gelingt. Auch wenn sich diesmal einige ausgeschlafene poppige Refrains in den Gesamtkontext eingeschlichen haben, überwiegt doch das Einlullende, das zu synästhetischen Effekten führt, wie pulsierende Farbspiele (allesamt in Grün!) hinter geschlossenen Lidern. Beim Anhören dieser Musik sollte man sich den Wecker stellen.