Bekanntlich gehen in der elektronischen Musik die unerschöpflichen Möglichkeiten zur Klangerzeugung und -manipulation durch Maschinen auf Kosten der Wiedererkennbarkeit eines individuellen Sounds, der in der gesungenen Pop-Musik die Attraktivität eines Acts ausmacht. Anders gesagt: Nichts ist schwieriger für elektronische Musiker, als sich eine erkennbare Soundsignatur zu erarbeiten. Stefan Betke alias Pole hat dies jedoch geschafft, und zwar bereits mit seiner zur Jahrtausendwende entstandenen Trilogie "1/2/3" im Umfeld der damaligen Glitch- und Clicks-&-Cuts-Experimente .

Fünf Jahre nach dem wundervollen "Wald" setzt der deutsche Musiker nun auch auf "Fading" wieder auf seinen nahezu süchtig machenden Sound, eine experimentelle wie eingängige Mischung aus hallenden, am Dub geschulten Soundflächen, vorsichtig gesetzten Störgeräuschen und kollidierenden Melodien. Abstrakt und minimalistisch in der Konzeption, zugleich warm und magisch. Oder kurz gefasst: erneut ein unverzichtbares Album.