Stella Sommer weiß auch abseits ihres Projekts Die Heiterkeit zu begeistern - © Gloria de Oliveira
Stella Sommer weiß auch abseits ihres Projekts Die Heiterkeit zu begeistern - © Gloria de Oliveira

Mit ihrem Projekt Die Heiterkeit hörte man Stella Sommer spätestens auf den Alben "Pop & Tod I+II" (2016) und "Was passiert ist" (2019) zur zentralen deutschen Songwriterin ihrer Generation heranreifen. Nachdem 2018 ein erster englischsprachiger Alleingang mit dem Titel "13 Kinds Of Happiness" gleichfalls meisterlich darin war, seinen akustischen Trauerflor aufzubrechen, heißt es nun auch auf dem melancholisch gehaltenen Solostreich Nummer zwei: Es muss sein, Licht muss rein.

Mitunter beginnen die zehn Songs von "Northern Dancer" solo mit Hallklavier oder Sperrstundengitarre, ehe sie zwischen Streicher- und Bläserarrangements, Chorgesang und gerne auch sakral gestimmtem Hall raumgreifend an die Decke schweben. Im Bereich klassisches deutsches Lied nach Franz Schubert und Soap & Skin sowie neben Lee-Hazlewood-und-Nancy-Sinatra-Momenten oder Leihgaben aus dem Archiv der Bad Seeds (Vibrafon, Glockengong!) bringen große stille Hymnen wie "The Ocean Flows Backwards" oder "A Lover Alone" die Herzen zum Schmelzen.

Auf eine Art hübsches Pop-Noir-Gstanzl versteht sich Stella Sommer ohnehin gut: "We look out of the same window / We came in through the same door / Yes we have been waiting / But I forgot what for."