"The show must go online", heißt es dieser Tage nicht nur im Wiener Porgy & Bess. Auch das London International Arts Festival (LIAF) weicht aus Corona-Gründen ins Web aus: Mit Ausnahme des Eröffnungsabends am gestrigen Mittwoch sind sämtliche Konzerttermine der Reihe zu einem digitalen Exodus gezwungen.

Das hat hörerseitig aber auch sein Gutes: Das LIAF, unter seiner indischen Leiterin Jyotsna Srikanth vor allem Musik vom Subkontinent verpflichtet, ist weltweit bei freiem Eintritt zu besuchen – und damit am heutigen Abend auch ein Auftritt der österreichischen Jazz-Pianistin Julia Siedl. Klassisch geschult, hat sich die gebürtige Wienerin am hiesigen Konservatorium in den Jazz vertieft, verfeinerte ihre Künste in New York und erarbeitete sich mit Musikern aus Westafrika, Brasilien und dem Nahen Osten einen breiten Horizont, den sie findig bespielt. Beheimatet im Modern Jazz, trumpft Siedls Musik mit filigranen Melodien und gefinkelten Rhythmen auf, bietet dem Bein in Form von geschmeidigen Grooves aber auch reichlich Mitwipp-Appeal. Heute Abend im Trio zu hören, gemeinsam mit den virtuosen Kollegen Stefan Bartus (Bass) und Harald Tanschek (Schlagzeug), ab 20.30 Uhr via https://www.youtube.com/user/DhruvLIAF.