Die in Berlin ansässige österreichische Band Ja, Panik hat 2021 mit der Ankündigung ihres ersten Albums seit sieben Jahren eingeläutet und daraus einen neuen Song ausgekoppelt. Nach einer Phase mit drei Soloalben von Sänger Andreas Spechtl im Zeichen des Experiments und der Sound-Reise, die Schlagzeuger Sebastian Janata für das Vater-Sohn-Projekt Worried Man & Worried Boy sowie seinen Debütroman "Die Ambassadorin" (Rowohlt) zu nützen verstand, erinnert das Quartett mit "Apocalypse Or Revolution" an seine Rolle als einer der zentralen deutschsprachigen Acts ab Mitte der Nullerjahre.

Immerhin wird zu hübsch schlafwandelnden Nachtatmosphären auch ein inhaltlich dringlicher Weg von der persönlichen Befindlichkeit hin zum globalen Ganzen beschritten. Ein ewiges Dahindämmern ist die eine Sache. Das dräuende Erwachen in der kollektiven Unbehaglichkeit eine andere. Die von Ja, Panik besungenen "Dystopian dreams" spielen sich längst nicht mehr nur in der REM-Phase ab, wofür auch die rezentesten "Aufstände" sprechen, die dem Song zusätzliche Aktualität verleihen: "It is the past that will return / From the future this time."