Das fünfte Album von Still Corners fügt sich nahtlos in das bisherige Schaffen der Band. Die Musik des Songwriters und Multiinstrumentalisten Greg Hughes und der berückend-anmutigen Sängerin Tessa Murray - die Bezeichnung Chanteuse mit Crooner-Qualitäten trifft es wohl gut - nimmt mit ihrer verträumt-schwelgerischen Klang-Universalität auf charmante Weise gefangen.

Auf "The Last Exit" setzt das Duo einen stimmigen Brückenschlag zwischen sehnsuchtsvollem Dreampop, Americana, Westcoastsound und dezenten Psychedelik- und Country-Noir-Klängen. Wer Mazzy Star, Beach House und Beachwood Sparks als Referenzgrößen nennt, liegt nicht falsch. "The Last Exit" beeindruckt mit melodischem Flow und betörender Gefühlsintensität, wobei die elf Songs zwischen verführerischer Sanftheit und melancholischer Schwermut oszillieren. Ein zarter Hauch von Twang und Hall liegt über den Stücken, Slide- und Desert-Gitarren vermählen sich mit verwischten Keyboard- und melancholischen Synthesizer-Klängen. Vervollständigt wird die Musik von der betörenden Stimme Tessa Murrays, die den Songs erst zu ihrer magischen Wirkung verhilft.

Das ist Musik für durchwachte Nächte und verträumte Tage. Die atmosphärischen und assoziativ-mäandernden Songs malen akustische Bilder von endlosen Highways, Wüstenstaub, klarem Sternenhimmel und prächtigen Sonnenaufgängen und graben sich kontinuierlich und umso eindringlicher ins Unterbewusstsein des Hörers, um dabei wie ein wohlklingendes Antidepressivum zu wirken: "We found something out there in the desert - something in the vast landscapes that went on forever" (Tessa Murray). Ganz behutsam, aber stets von harmonischem Wohlklang geprägt, schälen sich aus den eingängig dahinfließenden Melodien Songpreziosen wie das Titelstück, das mit geisterhaftem Pfeifen ausgestattete "Crying", "It’s Voodoo" mit Surfpop-Anmutung, das unbeschwerte "Mystery Road" und das schlicht berückende "White Sands".

Eingängiger Dreampop klingt schnell nach leichter musikalischer Kost. Bei Still Corners aber wird er zu großer Popkunst.