Das hätte man sich vor Corona auch nicht gedacht: Dass einem die Musik von Markus Gottschlich einen Sehnsuchtsseufzer entlocken würde. Der österreichische Jazzpianist, in den Vorjahren in den USA beheimatet, hat auf Reisen die Geräuschkulissen etlicher Städte aufgenommen - und er verwendet diese Souvenirs als atmosphärische Ouvertüre für seine Triostücke. Das Geklapper eines Fiakers gerät zum Impulsgeber für einen gemütlichen Groove im Fünfertakt; das Wetzen eines New Yorker Zugs leitet die Bebop-Huldigung "Trainology" ein, der Glockenschlag von Big Ben erhält eine hübsche melodische Fortspinnung.

Mainstream-Jazz mit geschmeidigen Klavierkantilenen und versonnenem Tonfall, der zumindest das Ohr auf Weltreise schickt.