"Weeping Ghost", "Dripping Blood", "The Dead Walk", "Carpathian Darkness": Das Grundszenario wird von den Tracktiteln vorgegeben, den Rest darf sich die Hörerschaft selbst ausmalen. Lange genug hat uns US-Regisseur John Carpenter mit Filmen wie "The Thing", "Fog", "Escape From New York" oder der Slasherfilm-Steilvorlage "Halloween" zu aus Budgetgründen selbst produzierten Synthesizer-Soundtracks das Gruseln gelehrt. Seit einer Schwerpunktverschiebung in Richtung Musik mit Scores zu nie entstandenen Filmen auf den Alben "Lost Themes" (2015) und "Lost Themes II" (2016) allerdings ist unser persönliches Kopfkino gefragt. Das ist nicht zuletzt in Zeiten pandemiebedingter Kinoschließungen stimmig.

Auf "Lost Themes III: Alive After Death" setzt der heute 73-jährige Pionier des Einmannsoundtracks gemeinsam mit Sohnemann Cody Carpenter und dem Kinks-Sprössling Daniel Davies überzeugend auf Bewährtes: Pumpende und pochende Synthie-Bässe treffen mit diversen Arpeggios in fahlem Licht auf Vocoderchöre und simple Zwei-Finger-Keyboards. Mitunter beweist dazu eine im Blutrausch aufspielende Schweinerockgitarre, wie man uns die Nackenhaare aber auch aufstellen kann. Kreiiisch!