Irgendwie gehört Ian Fisher längst hierher, ist als amerikanischester aller Wiener (oder halt umgekehrt) gut eingemeindet in die Musikszene dieser Stadt. Seit mehr als zehn Jahren konzertiert (und wohnt) der aus Missouri gebürtige Sänger und Gitarrist jedenfalls immer wieder in Wien (soweit das halt gerade möglich ist).

Sein neuestes Album scheint auf den ersten (Titel-)Blick klar zu verraten, worum es geht: "American Standards". Benannt ist es freilich nach der beliebtesten US-Toilettenpapiermarke, ist also unverkennbar ein Produkt der Corona-Zeit. Auch wenn ein Song "AAA Station" heißt, verbeißen wir uns jegliche zotigen Assoziationen. Sie wären auch völlig fehl am Platz.

Tatsächlich ist das Album prall gefüllt mit wunderschöner Musik, die von gezupften Balladen ("Three Chords & The Truth"), Country-Folk ("Be Thankful") bis zu fein ausarrangierten Popsongs ("Maybe A Little More") reicht. Fishers sonor vibrierende Stimme klingt bisweilen wie jene von James Taylor, ist nur etwas höher gelegen. Den lassen wir nicht mehr weg aus Wien.