Ein Kontrabass, ein Schlagzeug, eine Trompete - mehr nicht: Mario Roms "Interzone" pfeift auf süffige Harmonien. Dafür ist hier die Intensität Trumpf. Seit zehn Jahren entstößt sich Roms Trompete über den rollenden Rhythmen von Herbert Pirker und Bassist Lukas Kranzelbinder Notenketten von hoher Dringlichkeit. Dieser Trio-Jazz, teils bluesig gewürzt und von psychedelischen Ruhemomenten durchwoben, will vor allem ein tönendes Ereignis sein - und mythische Aura befördern. Die Band, die mit der Literatur von William S. Burroughs flirtet und dem Filmschaffen David Lynchs, kultiviert in ihrem Klangbild eine entsprechend lockende Düsternis.

Daran hält auch der jüngste Streich "Eternal Fiction" fest und überzeugt weitgehend. Der harte Shuffle von "Matala" knüpft an finstere Glanzstücke des Trios an, "No Measure Of Health" fällt mit einem Notenschwall ins Haus, der sich zu bohrenden Linien verdichtet. Auch Humor blitzt auf: Seltsam grimmig im swingenden "What You Say?", schelmisch in "Here’s To Another Decade": Das Begrüßungsstück für die 2020er Jahre macht den Eindruck eines Sonny-Rollins-Songs, dessen Melodie in den Häcksler geraten ist: irgendwie ramponiert, aber doch fröhlich. Vielleicht ja als Aufmunterung für die Corona-Zeitgenossen gedacht.