Genau genommen ist das ein Herbstalbum, geprägt von Stimmungen, die einem Ende September vertraut vorkommen: Aus dem satten Grün wird das leuchtende Gelb der Blätter, die Bäume werfen ihre Früchte ab, die Sonne wird wieder mild und taucht die Abende in ein goldenes Licht. Vielleicht muss man ein solches Album machen, wenn man, wie der Band-Kopf Peter Silberman, mit einem Hörsturz und Stimmbandproblemen zu kämpfen hatte. Sein reduziertes Soloalbum "Impermanence" (2017) war ein erster Schritt zurück, und nun gibt es erstmals seit sieben Jahren auch wieder ein Album seiner Antlers.

Es ist ebenfalls sehr zurückgenommen, Silbermans Falsettstimme wirkt entspannt und legt sich fast zärtlich über Gitarre, Piano, sanfte Drums oder auch mal ein paar Bläser. Shoegaze-Americana könnte man nennen, was die zehn Songs hier bieten, der Bandleader selbst sagt, er habe "Sunday morning music" machen wollen. Das ist angenehm beschaulich und unaufgeregt, sonnig mit leichter Melancholie, aber am Ende ist man dann doch ganz froh, dass nicht jeden Tag Sonntag ist.