Aufgeblasene Saxofonisten könnten sich ein Scheibchen abschneiden von Matthew Halpin. "Wenn ich ein Solo spiele, bin ich mir immer bewusst, was nachher passieren könnte oder sollte. Ich respektiere das Saxofon, aber ich respektiere die Musik um vieles mehr."

Diese Haltung spiegelt sich in der Musik des Iren, der bei Danilo Pérez am Berklee College studiert hat und heute in Köln werkt: Sein Debütalbum als Band-Leader macht einen denkbar organischen Eindruck und besticht durch einen originellen Sound. Im Bund mit einer E-Gitarre, einer rauchigen Hammond-Orgel und zwei Schlagwerkern kultiviert der Tenorsaxofonist mit der delikaten Phrasierung eine Art Nachtschattengewächs-Jazz. In einem dunkel-halligen Klangraum überwuchern atmosphärische, herbe Beigaben einen grundsätzlich bluesigen Tonfall, die Trommeln holterdipoltern treibend dazu. Musik in Schwebe zwischen Tradition und Abstraktion, Relaxtheit und Ekstase; berauschend in "Dancing With The Devil", dem hardboppigen "Beach" und dem verwordagelten Bluesrock "Pop Fiction".