Und wieder etwas gelernt. "Garnet": Das ist das englische Wort für "Granat", also jenen Edelstein, der sich in etlichen Farben finden lässt - von Gelbgrün bis zu Dunkelrot. Bunt treibt es auch die Wiener Band Prim auf ihrem Album "Garnet Tales": Das Trio, besetzt mit Keyboard, Klavier, E-Bass und Schlagzeug, schwankt zwischen einem geschliffenen Kammerjazz und einem Fusion-Stil mit elektronischen Einschüssen. Mag sein, dass die Musik darum bisweilen etwas unentschieden wirkt. Die meisten Nummern packen einen aber durch ihr Überraschungsmoment, und manche erspielen sich einen Fixplatz in der eigenen Playlist: Etwa "The Town Of Undecided", das nach seinem Balladenbeginn starke Sogwirkung unter dem lyrischen Klaviersolo entwickelt; die groteske "Tale Of Spanky McCurly" mit dem verzappelten Beat und der schelmischen Schlusspointe (grandios Drummer Christoph Karas), und letztlich "40 Days Reimagined" mit einer federnden, bittersüßen Kantilene.

Live am 24. Mai in der "Strengen Kammer" im Porgy & Bess.