Trotz nicht zu verleugnender Verwandtschaften und etwa auch der Verwendung eines Synthesizers aus dem Erbe des britischen Prog-Monsters Yes ist es weder der verschwitzte Elektro-Rock-’n’-Roll noch der später um diverse Prog- und Classic-Rock-Elemente (außer Gitarren!) erweiterte Sound seines Stammduos Justice, der das Solodebüt von Gaspard Augé dominiert. Stattdessen setzt der 42-jährige Franzose in seiner neuesten Erscheinung als Jeff-Lynne-Lookalike mit den zwölf instrumentalen Stücken von "Escapades" auf imaginäre Soundtracks. Unter Zuhilfenahme käsiger Keyboards (Spezialgebiet schwarze Tasten) reicht der Bogen von sehr französisch gefärbter Begleitmusik für Cocktailempfänge bis hin zu möglichen Scores für Sci-Fi-Western, bei denen in der Raumstation Italo-Disco läuft.

Um die Grenzen des guten Geschmacks kümmert sich Augé dabei ebenso wenig wie allgemein um Grenzen. Es wird also sehr gerne sehr dick aufgetragen und die Reizüberflutung über das Understatement gestellt. Im reduzierteren, an Ennio Morricone gemahnenden Abschlussstück beweist der Mann allerdings, dass er auch anders könnte.