Das Frequency-Festival in St. Pölten soll weiterhin wie geplant stattfinden. Nachdem sich Virologin Dorothee Von Laer von der Medizinischen Universität Innsbruck gegenüber der "Krone" gegen eine Durchführung des Events ausgesprochen hat, stellte Festivalveranstalter Ewald Tatar am Mittwoch klar: "Wir werden das Festival definitiv nicht absagen. Diese falsche Panikmache ist mir völlig unverständlich."

Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hatte Von Laer davor gewarnt, dass das von 19. bis 22. August angesetzte Frequency "das Potenzial zu einem Superspreading Event" habe. "Ich lasse mich auf keine Diskussion ein", meinte Tatar darauf am Rande einer Pressekonferenz angesprochen. "Sie hat natürlich das Recht, ihre Meinung zu sagen, aber ich sehe das ganz anders."

Es gebe die "klare Ansage" der Bundesregierung, seit 1. Juli Veranstaltungen wieder bei voller Kapazität durchzuführen, sofern die 3G-Regel (geimpft, getestet, genesen) eingehalten wird. "Und dem leisten wir folge", so Tatar. "Außerdem hat es geheißen: Jetzt sind die Jungen dran. Warum also schießt man sich auf eine junge Veranstaltung wie das Frequency ein?", äußerte der Geschäftsführer von Barracuda Music seinen Unmut.

"Jedem ist bewusst, dass das Virus nicht von einem Tag auf den anderen weg ist. Damit werden wir leben müssen", sagte Tatar. "Die Frage ist nur, wie wir damit leben wollen: Lassen wir uns unser Leben wegnehmen?" Eine Umfrage unter Frequency-Besuchern hätte ergeben, dass 75 Prozent bereit sind, sich impfen zu lassen oder bereits geimpft sind. "Das ist ein deutliches Zeichen, wie man junge Leute motivieren kann, sich impfen zu lassen."

Eine Absage seitens des Veranstalters werde es jedenfalls nicht geben. Diese Entscheidung müsse schon jemand anders treffen, so Tatar. "Und sie wird fatal sein! Einerseits werden die Jugendlichen abgestempelt als die Bösen. Und andererseits wird es sich fatal auf die Angst und Unsicherheit der Menschen auswirken. Das würde die gesamte Kultur und den Sommer nachhaltig beeinflussen."

Von der Politik forderte er unterdessen "klare Auflagen" für das Festival ein. Die 3G-Regel sei für ihn selbstverständlich. Bezüglich der Testungen steht sogar eine PCR-Pflicht im Raum. Auch das würde man laut Tatar in Kauf nehmen. "Aber dann kann man das Netz wirklich nicht mehr enger spannen", sagte er zu den Sicherheitsvorkehrungen.(apa)