Es hat sich schon im Vorjahr nicht unterkriegen lassen, das Popfest Wien. Damals war es reichlich zusammengestutzt in die Wiener Karlskirche übersiedelt, für ein überschaubares Grüppchen an Publikum, statt wie traditionell am Karlsplatz die Massen samt Riesengummiente zu versammeln. In diesem Jahr ist es wieder anders, aber auch nicht so wie früher.

Von Donnerstag bis Sonntag findet also in Wien die 12. Ausgabe des Popfestes statt - unter völlig geänderten Bedingungen. Der Karlsplatz und die diversen benachbarten Indoor-Stages spielen heuer nur eine untergeordnete Rolle. Stattdessen fungiert die Arena als Hauptlocation. Dort können die Corona-Bestimmungen besser umgesetzt werden, inklusive strenger Zutrittskontrollen. Das soll garantieren, dass es dem Popfest nicht so ergeht wie dem Frequency, das erst kürzlich eine Absage hinnehmen musste.

Hütteldorfer Sound

Beim Programm wurden keine Abstriche gemacht. Den ersten Tag wird zum Beispiel die Band Buntspecht beschließen. Die haben schon seit 2019 einen Song im Repertoire, dessen Titel nun aktueller ist, als man das gern hätte: "Unter den Masken" heißt er. Selbstbeschreibung der Band: "Buntspecht sind sechs betrunkene Seiltänzer, die Kinderlieder schreiben". 2019 war das Sextett - das nicht unbedingt formatradiotaugliche Album "Draußen im Kopf" landete auf Platz zehn der österreichischen Albumcharts - gerade im Aufstieg begriffen, als die Pandemie diesen jäh unterbrach. Nun können sie beim Popfest aber dafür gleich ein neues Album vorstellen, geschrieben in einer Gartenhütte in Hütteldorf: "Spring bevor du fällst". Darauf geht es unter anderem um die Sehnsucht nach einem intensiven Erleben - etwas, das nicht nur Popfest-Besucher nach vielen Monaten des Zurückhaltens gut nachvollziehen können.

Die Intensität muss man sich aber noch verdienen: Der Eintritt in die Arena, bei der es sich um ein eingegrenztes Veranstaltungsgelände handelt, kann lückenlos kontrolliert werden. Das wäre am frei zugänglichen Karlsplatz nur mit sehr großem Aufwand möglich gewesen. Prinzipiell können die Konzerte wie üblich bei freiem Eintritt besucht werden. Der Einlass erfolgt nach dem Motto "First come, first serve". Eingerichtet werden mehrere Schleusen. Ist die erlaubte Maximalkapazität von 3.000 Personen erreicht, ist kein Zutritt mehr möglich - wenn nicht zuvor Besucher rausgehen. Wer die Arena frühzeitig verlässt, hat keine Garantie für einen Wiedereinlass, wird betont. Nötig ist jedenfalls ein 3G-Nachweis, beim Eintritt wird auch eine Registrierung durchgeführt.

Der Einlass zum Auftakt am Donnerstag erfolgt um 17.00 Uhr. An den darauffolgenden Tagen kann das Gelände schon ab 16.00 Uhr betreten werden. Programm gibt es in der Arena auf der Open-Air-Bühne und in der kleinen Halle. Die große Halle der Arena bleibt geschlossen, auch bei Regen wird nicht in den geräumigsten der Indoor-Bereiche gewechselt. Am Sonntag werden dann Locations am Karlsplatz mit einbezogen. Bespielt wird dort unter anderem - wie schon zuletzt - die Karlskirche. Bei Indoor-Locations herrscht Maskenpflicht.

An die 40 heimische Live-Acts stehen auf dem Programm. Für das Line-Up zeichnen das kuratierende Duo Esra Özmen (EsRap) und Herwig Zamernik (Fuzzman) verantwortlich. Zum einen wird dabei die Rap-Szene im Mittelpunkt stehen - mit Eli Preiss, Slav, T-Ser oder Local-Hero Yugo, der sich inzwischen nicht mehr Jugo Ürdens nennt. Zu den bekannteste Pop-Vertretern gehören das Dialekt-Duo Attwenger, Mavi Phoenix, Elektro Guzzi, Pauls Jets oder Alicia Edelweiss. Auch für Freunde von härterem Stoff gibt es Angebote - bestehend etwa aus der Extremformation Fuckhead.(cb)