Der neuseeländische Musiker und Singer/Songwriter Anthonie Tonnon hat einen interessanten und ungewöhnlichen Zweitjob. Im Stadtrat seiner Wahlheimat Whanganui (wohin er von Auckland übersiedelte und wo er auch sein neues Album großteils aufnahm) ist er eine Art Vertrauensmann für öffentlichen Verkehr - und betreibt dort überdies den ältesten noch bestehenden U-Bahn-Aufzug (ein prachtvolles Exemplar mit Holzdekor innen).

Ob "Leave Love Out Of This", sein drittes Album in voller Länge, auch das Zeug dazu hat, ihn in höhere (Bekanntheits-)Regionen zu befördern? Der erste Teil jedenfalls, der aus symphonisch ausarrangierten Songsuiten besteht, die in Vortrag und Hingabe an diesbezüglich verwandte und ähnlich verschwenderisch agierende Sänger wie Rufus Wainwright oder Andrew Bird erinnern. Schwelgerischer Balladensamt vom Feinsten (in den ersten vier Stücken). Danach fasert er etwas aus - und der lyrische, in großen Bögen gespannte Gesangston Anthonie Tonnons wird raunzerisch. Da will man aus dem schönen Lift dann doch bald wieder raus.