Klangliche Eleganz, songschreiberische Finesse und ein besonderes Gespür für stimmungsvolle Melodien zählen seit Beginn seiner Karriere zu den Trademarks des irischen Singer-Songwriters Conor O’Brien. Auf dem fünften Album seines Projekts Villagers überrascht der virtuose Klangforscher mit einer organischen und stimmungsvollen Erweiterung des Sounds.

"Fever Dreams" überzeugt in seiner Balance aus purer Pop-Perfektion und dezenter Experimentierfreude, aus Opulenz und Intimität, aus Augenblicken harmonischer Ruhe und verstörend-dunklen Momenten. Die Struktur der mitunter sechs- und siebenminütigen Songs wird virtuos aufgelöst und auf wundersame Weise wieder stimmig zusammengesetzt. Man kann dieses Album nicht nebenbei hören - man muss sich auf diese Musik einlassen und sie langsam auf sich einwirken lassen.

"Fever Dreams"-Albumcover.

"Fever Dreams"-Albumcover.

Conor O’Brien schöpft dabei aus dem Vollen und bedient sich am reichhaltigen Angebot unterschiedlicher Genres. Das reicht von dezenter Psychedelik und geschmackvollen Progrock-Einflüssen über exquisite Jazz- und Soul-Anmutungen bis hin zu harmonischem Folkpop. Blasinstrumente werden von Streichern abgelöst, das Klavier von Glockenspielen und eiernden Mellotron-Klängen, das Saxofon interveniert heftig und ein paar elektronische Spielereien finden auch ihren Platz.

Abwechselnd schwelgerisch und introspektiv, elegisch und frohlockend, anmutig und betrübt, aber immer berührend, interpretiert O’Brien mit viel Schmelz und Gefühl in der Stimme seine in exquisite Songs gegossenen Fieberträume. Die in Studio-Sessions mit seiner Band eingespielte und im Heimstudio in Dublin finalisierte Songkollektion überzeugt als subtile musikalische Auseinandersetzung mit der altbekannten Tatsache, dass das Leben einem andauernden Balanceakt zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, Sehnsüchten und Erfüllung, Zweifel und Glücksmomenten gleicht.

"So Simpatico", "Momentarily", "The First Day" und das titelgebende "Fever Dreams" ragen aus dem Endergebnis noch heraus.