Letztes Jahr wurde er mit dem Kunstwürdigungspreis der Stadt Linz ausgezeichnet - wenigstens sein Heimatland Oberösterreich weiß zu würdigen, was es an diesem zu wenig bekannten Großen des österreichischen Pop im Grenzbereich aus Experiment, Avantgarde und Hochkultur hat: Neben seiner Arbeit in Bands wie Wipeout hat Wolfgang Dorninger mit seinem elektronischen Instrumentarium auch Ort- und Landschaften porträtiert, die Spuren untergegangener Kulturen verfolgt und Theater-Soundtracks gefertigt.

"Phrasemongering" liegt nun weniger ein Konzept zugrunde - wohl allerdings ein Thema, das Dorninger offensichtlich so unter den Nägeln brannte, dass er, was selten vorkommt, sogar die Sangesstimme erhebt, um über Phrasendrescherei, Lügen, quergedachte Geistesverirrungen und ähnlich unschöne Zeichen der Zeit herzuziehen. Eine gewisse Atemlosigkeit charakterisiert die musikalische Auskleidung; selbst Momenten des Luftholens wohnt eine unterschwellige Bedrohlichkeit inne.