Nach dem Tod des 77-jährigen Gitarristen Pat Martino Anfang November hat die Jazzwelt einen weiteren prominenten Musiker verloren: Der Posaunist Slide Hampton ist 89-jährig gestorben.

Hampton – sein tatsächlicher Vorname lautete Locksley, den Spitznamen "Slide" (englisch für die Zugvorrichtung der Posaune) gaben ihm die Schwestern – stammte aus einer Musikerfamilie und tourte bereits als Kind mit seinen Eltern und dem Großteil der elf Geschwister. Als Teenager begann er, sich nach einschlägigen Konzerterlebnissen in New York für den aufkommenden Bebop zu begeistern und entwickelte sich zum gefragten Posaunisten, Komponisten und Arrangeur. Hampton stand im Dienst von Ikonen wie Dizzy Gillespie, Art Blakey, Max Roach und Woody Herman; abseits des Jazz arbeitete er einige Zeit als Musikdirektor für Motown Records mit Stars wie Stevie Wonder und The Four Tops.

Der Posaunist mit den rasanten Bebop-Linien, aber auch einem Faible für Bossa musizierte noch im rüstigen Alter und verkündete mit 85 auf der Bühne, "zu alt zum Sterben" zu sein. Das erwies sich leider als falsch: Hampton, der laut "The Washington Post" bis zuletzt Posaune geübt hatte, starb am 18. November an seinem Wohnort in New Jersey.