Im Grenzgebiet zwischen Klassik und Jazz haben schon viele ihr Glück gesucht; der deutsche Pianist Constantin Krahmer hat dabei zu einer homogenen und anspruchsvollen Stilistik gefunden. "Close Up" ist ein Album der leisen und langsamen Töne, auch der bittersüßen Dissonanzen, die als weite Melodiebögen gleichwohl Magnetismus entfalten.

Die Stücke, meist besetzt mit Klavier, einem sanft pulsierenden Schlagzeug und zwei Streichern, rufen da und dort Erinnerungen an den versonnenen Tonfall von Chick Coreas "Lyric Suite for Sextet" und dessen Einfluss Béla Bartók wach: Sensible Jazzsolos verbinden sich mit einer melancholischen Kammermusik, die mitunter gleichermaßen intim und herb anmutet.