"I Don’t Live Here Anymore", der Übersong der gleichnamigen letzten LP von The War On Drugs, wäre ohne ihren Vokal-Beitrag nicht so zwingend ausgefallen. Und weitere große Namen wie Sheryl Crow, Jeff Tweedy, Roger Waters oder John Legend schwören auf die Gesangskünste von Jess Wolfe und Holly Laessig. Da man, wenn sie nur oft genug auftauchen, hin und wieder auch die im Dunklen sieht, haben die beiden Sängerinnen und Synthie-Spielerinnen auf diesem Wege auch Aufmerksamkeit für ihr Quartett Lucius generiert.

"Second Nature" ist ihr viertes Album. Aufs erste Anhören überraschend - die US-Band war stilistisch immer sehr vielseitig und die Sängerinnen haben stimmlich eine gewisse Country-Affinität -, ist sie konsequent im Disco-Sound gehalten. Allerdings gestattet sich die Musik innerhalb dieses Rahmens viele Freiheiten: "24" etwa beginnt mit einem langen A-cappella-Intro, ehe sich das Ganze zu einer inbrünstigen Drama-Ballade aufplustert. Inhaltlich dominieren die Genre-typischen Komponenten: Abtanzen sowie Liebeslust und -leid. "LSD" wird da ganz umstandslos zu "Love So Deep".