Alles geht einem einfach von der Hand, wenn man jung und dumm ist. Man vergisst wegen seiner über die Jahrzehnte kaum gealterten Chorknabenstimme leicht, das Stuart Murdoch schon Mitte 50 ist und mit vollster Berechtigung und Überzeugungskraft mit einem galligen Abgesang auf jugendliche Hirnlosigkeit in das zehnte reguläre Album seiner Band Belle and Sebastian einsteigen kann: Gedanken, die vielleicht aus der Isolation durch die Pandemie heraus entstehen.

Ganz sicher seinen Impact hatte Corona jedenfalls auf den Aufnahmeort, der erstmals seit mehr als 20 Jahren wieder das heimatliche Glasgow war. Das wiederum hat glücklicherweise nichts von Zurück-zu-den Anfängen in dem Sinn an sich, dass die Band sich nun in nostalgischem Sentiment zu ihrem federnden, fast ätherischen, wenn auch von zynischen Texten kontrastierten Indie-Folk-Pop der ersten LPs zurückentwickelt hätte.

Vielmehr knüpft die Band an die druckvollere, manchmal fast an Power-Pop anstreifenden Richtung an, die sie seit Beginn dieses Millenniums verfolgt und mit der sie gut fährt, sofern die Songs passen - und das tun sie hier großteils.