Vier Jahre nach seinem Debüt setzt das Quintett rund um Schlagzeuger und Komponist Sebastian Simsa erneut auf die bunte Möglichkeitsfülle seiner Besetzung: Die Gruppe, ausgestattet mit Saxofon, Gitarre, aber auch Geige und Cello, ist an sich in einem freundlichen Instrumentaljazz daheim, gönnt sich aber auch Schlenker in Richtung Fidelfolklore und setzt so der Stadt Stockholm ein hübsches Denkmal. Diese Musik, über weite Strecken auskomponiert, lebt aber auch ein Faible fürs Mittelalter aus, baut sich ein Luftschloss namens "Castell Prozorov" und füllt es mit gefinkelten Tanzrhythmen.

Zugegeben: Hin und wieder setzt dieses Album mehr auf filmische Stimmungsbilder als auf prägnante Konturen. Doch das Qualitätsvolle überwiegt, und auch Kühnes klingt an - jedenfalls in dem Dreiminüter "Journée Rouge", der sich den Spaß gönnt, ein Alarmgerät mit treibenden Beats und schrägen Harmonien zu porträtieren.