Statt Blumen regnete es iPhones für Rapper Cro. Am kühlen Sommerabend trat der 32-Jährige beim Eröffnungswochenende des Openairs in der Metastadt auf. Begeistern konnte er die Fans so sehr, dass es insgesamt 16 Handys zu dem Musiker auf die Bühne schafften, in der Hoffnung, so dem maskierten Deutschen näher zu kommen. Nach zahlreichen Scherzen musste der Sänger schließlich ein Wurfverbot aussprechen.

Cro, bürgerlich Carlo Waibel, eröffnete das Konzert mit seinem neuesten Song "Crobot". Versteckt hinter einer futuristischen Version seines Markenzeichens - einer Pandamaske -, animierte er die Menge mit viel Schmäh. Sein Set reichte von etwas neueren Hits wie "Alles Dope" bis zu seinen Klassikern wie "Meine Gang". Cro, der für einen bunten Mix aus Pop und Rap bekannt ist, gelang es, ruhige Songs mit dynamischen Liedern abzuwechseln. Das schien bei den Fans gut anzukommen. Bei langsamen Songs erstrahlten die Bildschirme der noch im Publikum verbliebenen Smartphones, als die Arme im Takt mitschwangen. Im Gegensatz dazu herrschte ausgelassene Stimmung bei lebendigen Tracks. Schon als die ersten Töne zu "Einmal um die Welt" anschlugen, stand das Auditorium nicht mehr still. Der Song, der bereits auf seinem Debütalbum "Raop" erschienen ist, handelt davon, frei von Geldsorgen zu sein und den materiellen Wünschen einer Partnerin.

Musikalischer Beistand

Unterstützung auf der Bühne erhielt der Deutsche am Sonntagabend von zwei Kollegen. Sänger Schmyt und Rapper Badchieff wurden von Cro eingeladen, mit ihm zu performen. Die musikalischen Gäste waren jedoch nicht das überraschende Highlight des Abends, sondern Cros Backgroundsängerin Wanja Janeva, die eine ausgezeichnete Ergänzung zu den poppigen Sounds des Headliners darstellte.

Carlo ist mittlerweile seit einem Jahrzehnt fester Bestandteil der deutschen Musikszene. Bereits am 12. August erscheint sein fünftes Studioalbum, das den Titel "11:11" trägt. Der Künstler selbst beschreibt die Neuerscheinung als "vibey" und passend zum Sommer. Das Werk sei sein Lieblingsalbum, weshalb er sich den Titel sogar als Tattoo verewigen ließ. Wie sich die neue Platte tatsächlich anhört, blieb dem Publikum des Openairs aber größtenteils noch vorenthalten.

Als seine bekannte Debütsingle "Easy" erklang, war die Begeisterung spürbar. Es schien, als ob der Song die Menge am meisten dazu veranlasste, ausgelassen mitzusingen. Das Lied, das auf Bobby Hebbs "Sunny" von 1966 aufbaut, handelt von der Beziehung zu einer Frau und wie er davor flüchten kann.

Gegen Ende des Auftritts schnitt der Rapper noch sämtliche seiner bekanntesten Stücke an, wie etwa "Hi Kids" oder "Bad Chick", bevor er "Du" schließlich als Zugabe zum Besten gab.

Trotz etwas Wind und abgekühlten Temperaturen war das Freiluftkonzert gut besucht. Zwischen den Backsteinbauten herrschte bereits vor dem Konzert gute Laune bei Bier und Brezeln. Beim Konzert konnte der Musiker sein Publikum ausgezeichnet animieren. Das zeigt, dass es Cro auch nach zehn Jahren im Musikbusiness gelingt, junge Menschen anzusprechen.