Musikerin Judith Holofernes vermisst die weiblichen Vorbilder in der Popmusik. "Trotz der heutigen Body Positivity im Pop fehlt immer noch eine Toleranz für real existierende Frauen", sagte Holofernes der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Dienstag) auf die Frage nach fehlenden Vorbildern.

"Ich liebe Beth Dito und liebe Lizzo, doch ich habe das Gefühl, dass der Hype um das Gewicht dieser Frauen ein Ablenkungsmanöver ist. Das ist das dicke Feigenblatt einer anorektischen Kultur", sagte die 45-Jährige weiter. "Als ganz reale Frau, die etwas rund um die Schultern wird, fühlt man sich da immer noch völlig gedemütigt."

Bekannt geworden ist Holofernes als Sängerin der Popband Wir sind Helden, die sich im Jahr 2000 als konsumkritische Stimme einer ganzen Generation gegründet hatte. Mit Songs wie "Denkmal" und "Nur ein Wort" feierten die Musiker um die gebürtige Berlinerin Erfolge. 2012 gab die Gruppe auf ihrer Homepage bekannt, dass sie auf unbestimmte Zeit pausieren werde, um sich mehr um ihre Familien zu kümmern.

In ihrer neuen Autobiografie "Die Träume anderer Leute" schreibt Holofernes über ihr Leben in der Öffentlichkeit, über Sexismus und Diätwahn. (apa/dpa)