Täglich, nein jährlich grüßt das Murmeltier, und Murmeltier ist es auch keins - ach was, genauso verhatscht & verhunzt wie dieser Vergleich war die Sache mit dem blauen Vogel in den letzten beiden Jahren, als der keineswegs grüßen durfte, ja nicht einmal ordentlich zwitschern. Nur ein paar geträllerte Songs per Stream - das war’s dann mit dem Blue Bird in den pandemischen Jahrgängen ’20 und ’21. Heuer, so viel darf man ruhig verschreien, wird’s endlich wieder klappen mit dem dreitägigen Folkfestival, das von 24. bis 26. November im ehrwürdigen Wiener Porgy & Bess sein Quartier bezieht.

Und diesmal hat es auch wieder ein ziemliches Kaliber im Schnabel, das ihm am zweiten Abend, dem Freitag, aus selbigem entfleuchen wird: Mit Black Country, New Road kommt eines der interessantesten Bandprojekte der letzten Jahre in die Wollzeile. Mit Folk klassischer Herkunft haben die Briten zwar wenig am Hut, dafür amalgamieren sie so ziemlich alles, was sonst noch an Klängen, Genres und Stilen vorhanden ist, was - wie ihr heuer erschienenes zweites Album, "Ants From Up There" zeigt - erstaunliche Ergebnisse zeitigt. Live wird sich beim unterdessen zum Sextett verkleinerten Kollektiv erweisen, was der Absprung von Sänger Isaac Wood zu bedeuten hat. Sonst muss halt einer der übrigen Briten aushelfen, die heuer zahlreich vorhanden sind.

Nicht viel weniger wunderlich, dafür stringenter als BC, NR klingen etwa Chartreuse aus Birmingham (das Quartett tritt ebenfalls am Freitag auf). Oder Pete Astor, der Folk-Sir erster Güte (Samstag), oder Clara Mann, die zwar in erster Linie Malerin ist, aber auch mit Songs lautmalerisch zu agieren weiß (Freitag). Bleibt noch der irische Grummelbarde Mick Flannery, in Wien geliebt wie sonst nur noch auf der grünen Insel (Samstag).

Die großartig großspurigen Werckmeister (Freitag) sind mit und neben Oskar Haag, aNNika, Doppelfinger und Alpine Dweller die rot-weiß-roten Kehlchen im heuer heimatlich dicht bestückten Blue-Bird-Nest. Flieg, Vogel, flieg.