Ein Werk wie aus einem Guss – und doch sind es unterschiedliche Elemente, die der Pianist Michael Wollny auf seinem Trio-Album "Ghosts" zum einem Ganzen vereint: Da ist eine finstere Elektronik, die sich in Form von Halleffekten, düsteren Akkorden und bisweilen Synthie-Trommeln bemerkbar macht; da sind die instrumentalen Fähigkeiten eines Jazz-Trios, das sich auf das Vokabular des Modern Jazz verstehen, aber auch immer wieder ins Atonale ausbricht (im Fall von Wollny gern ins Bitonale). Und: Da macht sich auch eine Lust an treibenden Grooves unter komplexen Texturen bemerkbar: Mitunter kokettiert das Schlagzeug dann mit einem Hip-Hop-Beat, bisweilen erinnert eine Passagen an die Handschrift des ungestümen Esbjörn Svensson und dessen pulsierende Akkordschleifen. Ein Album von unwiderstehlich dunklen Reizen.