Gegensätzliches zusammenbringen ist das Motto der Reihe "Austrofreds Barcelona" im Radiokulturhaus, in dem zwei Musiker verschiedener Genres den Mercury und die Caballé geben. Dazwischen gibt’s Bierkränzchen und Tratsch und Klatsch mit dem Austrofred. So geschehen am Mittwochabend mit Ankathie Koi und Thomas Gansch.

Die Glam-Pop-Virtuosin und der Super-Jazztrompeter sind zwar in verschiedenen Genres unterwegs, bewiesen aber bereits im ersten Song, Ankathie Kois erbaulicher Pophymne "Viktoria", dass sich Jazz-Jam mit Pop-Glam funkensprühend vereinbaren lassen.

Die reduzierte Besetzung von Piano (Dominik Beyer) und Stimme brachte Ankathie Kois exzellentes Songwriting und nuancenreichen Gesang zum Glänzen. Für den Retro-Vibe des Abends musste sie einfach nur sie selbst sein: Die Original-80er-Jahre-Frisur hat sie höchstpersönlich ins 21. Jahrhundert herübergerettet.

Wichtige Fragen zum Musikbusiness wurden im Gesprächs- Intermezzo mit Austrofred geklärt. Thomas Gansch unterhielt mit Spontan-Schmäh und launigen Anekdoten über seine Karriere-Tiefpunkte im burgenländischen Radio-Frühschoppen. In seinem Set, begleitet vom Pianisten Michael Hornek, stach seine Gesangseinlage hervor, weil "nur Trompete, das ist ja fad".

Austrofred nimmt sich während der Darbietungen so nobel, wie es ihm eben möglich ist, zurück. Wir danken ihm für sein Engagement, das Erbe Freddies aufrechtzuerhalten - das mit dieser Konzertreihe ein weiteres würdiges Outlet gefunden hat.