Seoul. Ein bisschen hängt der Haussegen zwischen Südkorea und Japan sowieso immer schief. Normalerweise drückt sich das in Konflikten um die Zugehörigkeiten von Inseln oder Hoheitsgewässern aus. Schuld ist die Geschichte: Korea ist erst 1945 durch die Niederlage Japans von dem Inselstaat unabhängig geworden. Das lässt Verstimmungen hochkochen.

Doch mit der Geschichte scheint dieser Konflikt ausnahmsweise nichts zu tun zu haben - oder zumindest nur peripher. Diesmal nämlich sorgt der Song "Gangnam Style" des berühmten südkoreanischen Rappers Psy für Zündstoff zwischen den beiden Staaten. Nachdem der Hit in japanischen Blogs verunglimpft und zudem unterstellt wurde, die massenhaften Klicks im Internet seien manipuliert worden, schoss das Institut für die Verbreitung südkoreanischer Kultur zurück und machte sich über den Geschmack der Japaner lustig.

Die "Verschwörungstheorien" rund um den auf YouTube erschienenen Clip seien vergleichbar damit einen "Weltrekord beim Marathon in Frage zu stellen", erklärte der Präsident des Instituts, Han Koo Hyun. Das Verhalten der Japaner komme dem von "neidischen und eifersüchtigen Grundschulkindern" gleich, meint Han Koo Hyun. Den einzigen Hit, mit dem Japan derzeit auf YouTube punkten kann, bezeichnete er als "grotesk und lächerlich". Darin füllt eine junge Japanerin Minzbonbons in eine Sodaflasche, bis diese überschäumt. Der Clip sei "typisch" für den Geschmack der Japaner bei Musikvideos.

Der Song "Gangnam Style" mit einem exzentrischen Tanzstil, der an einen Reiter auf einem Pferd erinnert, wurde auf YouTube mittlerweile rund 530 Millionen Mal angeklickt. Der Hit stürmte unter anderem die Charts in den USA und in Großbritannien; in Japan dümpelt er aber auf den unteren Plätzen herum.