New York. Aus den großen Vier im Musikgeschäft ist vor zwei Jahren ein Trio geworden, nachdem der Besitzer des Giganten EMI in Finanznot geraten war. Universal schlug zu, doch alles durfte sich das Label vom französischen Vivendi-Konzern nicht einverleiben, sowohl die Europäische Kommission als auch die Federal Trade Commission zwangen Universal zur Filetierung des einstigen Konkurrenten.

Sony hatte offenbar kein Interesse, sehr wohl aber der Dritte im Bunde der Großen, die Warner Music Group. Die Gruppe war auch erst 2011 vom russischen Milliardär Len Blavatnik übernommen wurden, und Blavatnik ist jemand, der groß denkt. Um 487 Millionen Pfund (571 Millionen Euro) kaufte Warner nun das einstige Edellabel des EMI-Konzerns, Parlophone.

Parlophone hatte seinen Durchbruch im Rock- und Popbusiness dem Einfall eines gewissen George Martin zu verdanken, der - mehr aus einer Laune denn aus Überzeugung heraus - vier jungen Burschen aus Liverpool einen Plattenvertrag gab: den Beatles.

Bis heute ist Parlophone ein Label der vor allem britischen Popelite: Blur, Coldplay, Pet Shop Boys, Radiohead, Muse, es hält aber auch die lukrativen Rechte von Queen, Tina Turner und Pink Floyd. Der Beatles-Katalog verbleibt allerdings bei Universal.

Kleinere Labels haben den Deal, der Warner näher an Sony und Universal heranbringt, begrüßt, schließlich drohte die Gefahr eines Duopols.