Auf seinem ersten, 2012 veröffentlichten Longplayer "Take The Kids Off Broadway" kaprizierte sich das kalifornische Duo auf collagenartig angelegten Comedy-Pop, der bisweilen an Frank Zappas Mothers Of Invention, im günstigeren Fall an They Might Be Giants erinnerte. Das brachte in manchen Momenten tatsächlich "größenwahnsinnig" und "groß" zusammen, blieb zumeist aber buchstäblich Stückwerk.

Auf Album Nr. 2 haben die Jungspunde (beide 22) zum klassischen Pop-Song gefunden, was vor allem das wunderhübsche, melodisch majestätische "San Francisco" beweist. Die späten Velvet Underground, die Kinks zur Zeit ihrer Konzeptalben wie "Arthur" und "We Are the Village Green Preservation Society" (siehe Album-Titel!), vielleicht noch Love und der ganz frühe David Bowie lassen sich hier als Einflüsse (halbwegs) dingfest machen.

Die meiste Zeit überlegt man allerdings, wo man das alles schon einmal gehört hat: Falsett- und Soulgesang schwirrt da genauso plötzlich und kurz durchs Klangbild wie Blues-Riffs und elektronisches Gezirpe auf trägem Piano-Geklopfe. Dass man beim Intro von "Bowling Trophies" unwillkürlich auf die notorischen Jagdhörner aus P.J.Harveys "The Glorious Land" wartet, sagt viel über den Eklektizismus dieser Platte, die auch textlich immer wieder mit möglichen Erwartungshaltungen der Hörerschaft zu spielen scheint.

Foxygen: We Are the 21st Century Ambassadors of Peace & Magic. (Jagjaguwar)