Im Ausloten ihrer Grundgestimmt- heit waren Esben And The Witch bereits mit ihrem Debütalbum "Violet Cries" vor zwei Jahren erfolgreich - die Songs werden nun mit dem Zweitling nachgereicht. Zwar bereist auch "Wash The Sins Not Only The Face" mit mystischen Sounds, einer Extraportion Hall und den fiebrig-ätherischen Gesängen von Frontfrau Rachel Davies noch jenes Schattenreich, in dem der nachtschwarze Schmerzensrock der 80er Jahre als verfremdetes Echo ins Heute schallt. Wie die Vorabsingle "Deathwaltz" als großer Popmoment des Trios aus Brighton erklärte, dürfen die Ergebnisse jetzt aber auch direkter ausfallen. Das mit mächtigen Soundwänden eröffnende "Iceland Spar" macht diesbezüglich gleichfalls Freude.

Aufgrund zahlreicher im Tempo gedrosselter Meditationen fühlt sich das Album aber doch etwas länglich an, ehe es mit dem Donnerwetter von "Smashed To Pieces In The Still Of The Night" an Lawrence Weiners Arbeit für den Flakturm im sechsten Wiener Gemeindebezirk erinnernd zu Ende geht.

Esben And The Witch: Wash The Sins Not Only The Face. (Matador / Beggars Group)